GESCHICHTE DES LILIOMS

Das Gebäude am Unteren Graben,das 1989 mit dem Liliom zum Filmkunsttheater geworden ist, wurdeMitte des 16. Jahrhunderts ursprünglich als Brunnenpumpwerkerrichtet. Heute steht es aufgrund seiner langen Geschichte unterbesonderem Schutz und ist momentan Teil derUNESCO-Weltkulturerbe-Bewerbung der Stadt Augsburg.

GESCHICHTE DES KINOS

Vom Herbst 1986 bis Winter 1989 dauerten die umfangreichen Umbau- und Renovierungsarbeiten unter der Leitung des Architekten Prof. Friedrich Kurrent (TU-München), bis am 07. Dezember 1989 das LILIOM als Kino, Bar und Restaurant schließlich eröffnet wurde. Seit dem ist das Liliom fester Bestandteil der Augsburger Filmkultur und konnte bereits unzählige Regisseure, Produzenten, Schauspieler und weitere Film- und Kulturschaffende zu diversen Veranstaltungen begrüßen. Der Erbauer und Betreiber Tom Dittrich leitete das Haus von seiner Eröffnung im Jahr 1989 bis 2018. Mit dem Jahr 2019 übernahmen Daniela Bergauer und Michael Hehl das Liliom Kino mit Restaurant und Bar.

DIE PROGRAMMKINO-IDEE
IN AUGSBURG
-DIE PHILOSOPHIE DES LILIOMS:

Bereits als Jugendlicher begeisterte sich der Gründer Tom Dittrich für Filme und besuchte gern die Vorstellungen des „Besonderen Films“ jeden Mittwoch in der „Komödie“ (damals noch ein Kino). Da es ab den 1970er Jahren in Augsburg nur wenig Möglichkeiten gab, besondere Filme zu sehen, beschloss er ein eigenes Kino zu eröffnen. So erblickte am 17.10.1980 die FILMBÜHNE, Augsburgs erstes Programmkino, das Licht der Welt und avancierte schnell zum begehrtesten Treffpunkt der Augsburger Filminteressierten. Ihr Bekanntheitsgrad reichte bis weit über die Grenzen der Fuggerstadt, und so konnten hier bereits damals renommierte Filmschaffende wie Doris Dörrie, Herbert Achternbusch, Pia Frankenberg,  Dani Levy, Vadim Glowna – um nur einige zu nennen – ihre Werke auch persönlich vorstellen. Ausgehend von der Überlegung,dass der Raum, in dem Kino stattfindet, ebenso aufregend und qualitätsvoll sein sollte wie die gezeigten Filme, entstand in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Architekten Professor Friedrich Kurrent im Dezember 1989 nach 2 1/2 jähriger Bauzeit das LILIOM. Überzeugt durch die entstandene Symbiose aus Film und Architektur nahm uns das Magazin "Gute Kinos für gute Filme“ (herausgegeben vom Hauptverband Deutscher Filmtheater e.V.) in die Ausgabe des Jahres 1991 auf. Weitere Publikationen fand das LILIOM seit seiner Eröffnung in allen Broschüren, die sich mit gelungenen Renovierungen in Augsburg und Schwaben beschäftigen. Auch das Fernsehen wurde bald auf das wunderschöne Ambiente und Flair aufmerksam und so drehte nicht nur der BR bereits seine Sendung „KinoKino“ bei uns, sondern stellte das Liliom auch in der Reihe „Die schönsten Kinos in Bayern“ vor.

GESCHICHTE DES NAMENS

Namensgebend für das Kino am Unteren Graben war der Protagonist des gleichnamigen Theaterstücks „LILIOM“ von Franz Molnár aus dem Jahre 1909, das u.a. von Fritz Lang 1934 verfilmt wurde. Unsere Filmauswahl entsteht aus der tiefen Überzeugung, dem qualitativen Film ein Zuhause zu geben. Unsere Kinoleinwände zeigen daher ein abwechslungsreiches Programm aus deutschen, europäischen und internationalen Filmkunststreifen, ansprechenden Dokumentationen und einem qualitativ hochwertigen Angebot an Kinder- und Familienfilmen. Für unser Kinoprogramm werden wir jährlich sowohl vom Freistaat Bayern, als auch vom Bund für unser „herausragendes Jahresfilmprogramm“ ausgezeichnet. Wir freuen uns sehr über diese Ehrung, die von den Jurys an ausgewählte Filmkunstkinos in Deutschland vergeben wird und betrachten sie als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, Ihnen, unseren Kinogästen auch in Zukunft ein unterhaltendes und zugleich anspruchsvolles Kinoprogramm zu bieten. Unser Gästebuch zeugt von Besuchen der Filmgrößen wie Armin Müller-Stahl, Hanna Schygulla, Joseph Vilsmaier, Marc Rothemund, dem für sein Lebenswerk mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichneten Michael Verhoeven, Bernhard Sinkel, Peter Schamoni, Dominik Graf und Julia Jentsch in unserem Kino. Bekannte aus der Politik wie Otto Schily, Krista Sager, RenateSchmidt, Claudia Roth haben sich ebenso eingetragen wie Größen aus der Welt der Literatur, des Sports, des Showbusiness wie Christine Widmer-Hesse, Carl Amery, Franz-Josef Degenhard, Lotti Huber, die Band „Faithless“, Pirmin Zurbriggen und Katrin Barnerssoi sowie der „Filmkritikerpapst“ Michael Althen.

GESCHICHTE DES GEBÄUDES

Im 16. Jahrhundert beherbergte das heutige Liliom-Gebäude die Mechanik, die zunächst das Wasser des Brunnenbachs, (später Quellwasser) in den Unteren Brunnenturm,der hinter dem Liliom aufragt, gehoben wurde. Dieser Turm wurde Mitte des 14. Jahrhunderts als Wehrturm erbaut und im 16. Jahrhundert zum Wasserturm umgebaut. Ca. 250 Jahre garantierte er die Wasserversorgung der oberen Domstadt. Beginnend mit der 1554 von dem Mailänder Gelehrten Hyronimus Cardanus beschriebenen „Machina Augustana“, einem Gebilde aus sieben Archimedischen Schrauben,entwickelte sich die Wasser-Hebetechnik des Turmes in den folgenden Jahrhunderten stetig und endete 1865 mit einer relativ modernen Pumpanlage aus dem Hause „Aktiengesellschaft Maschinenfabrik Augsburg“, dem Vorläufer der heutigen M.A.N. Mit dem beginnenden 20.Jahrhundert wurde die Wasserversorgung umgestellt und das Gebäude wurde anderen Nutzungen zugeführt. So fand das „Augsburger Eiswerk“ hier ebenso seine Heimat, wie eine Feilenhauerei, eine Schleiferei, sowie verschiedene mechanische Werkstätten. Die letzten 25 Jahre vor dem Umbau zu seiner heutigen Bestimmung beherbergte das Haus am Unteren Graben eine Maschinenfabrik.Zeugen der ursprünglichen Nutzung des Hauses sind noch heute der Bach, der (durch eine im Boden eingelassene Glasscheibe sichtbar) unter dem Foyer hindurch fließt. Seinerzeit diente dieser Bach als „Nebenschuss“, wenn an den Hauptläufen Wartungs- oder Reparaturarbeiten durchzuführen waren. Auch die großen Natursteinblöcke im unteren Gastraum, die als Auflager für die Wasserräder dienten, zeugen von der ursprünglichen Funktion des Hauses.
Daniela Bergauer & Michael Hehl GbR
Liliom Kino Restaurant Bar
Unterer Graben 1
86152 Augsburg
Tel.: 0821 -29 71 48 89