| MICMACS | |
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Zum zweiten Mal aus dem Leben gerissen, landet Bazil auf der Straße. Hier lernt er den schrulligen Schrotthändler Canaille kennen. Dieser macht ihn mit einer wunderlichen Truppe von Außenseitern bekannt, die sich in einem geheimen Gewölbe des Schrottplatzes gemeinsam ein neues Zuhause geschaffen haben. Unter der mütterlichen Regentschaft der Köchin Cassoulette (Yolande Moreau) lebt die Gruppe in einer wundersamen Welt voller nostalgischer Fundsachen und poetischer Artefakte, die der Tüftler der Truppe, Petit Piere, aus Schrottteilen zusammenbaut. Gestärkt durch die neue Gemeinschaft, macht sich Bazil daran, endlich mit den beiden Verantwortlichen abzurechnen, die mit den Waffenproduktionen ihrer Fabriken soviel Elend in sein Leben und das vieler anderer Opfer gebracht haben. Bei seinen Nachforschungen findet er heraus, dass die beiden Fabriken der Waffenproduzenten nicht nur vis à vis voneinander liegen, sondern die Besitzer untereinander auch verfeindet sind. Bazil und seine neuen Freunde schmieden einen Plan, der die skrupellosen Waffenproduzenten nach allen Regeln der Kunst gegen einander ausspielen soll, um ihnen für immer das Handwerk zu legen. Dabei kommt Bazil zu Gute, dass jeder aus der Truppe über ganz besondere Fähigkeiten verfügt... Zwei Jahre hatte Jean Piere Jeunet an der Realisierung der Romanverfilmung „Schiffbruch mit Tiger“ gearbeitet, bis das Projekt aus Kostengründen scheiterte. Mit der beschwingten Komödie „Micmacs“ filmte sich der Franzose nun den Frust von der Seele. Der skurrile Spaß verbindet die „Rififi-Raffinesse“ aus „Mission Impossible“ mit der nostalgisch anmutenden poetischen Bilderwelt von Jeunets Filmen „Die wunderbare Welt der Amélie“ und „Delicatessen“. Herz des Filmes ist Frankreichs neuer Superstar Dany Boon („Willkommen bei den Sch´tis“) der hier als gewitzter Tramp auf den Spuren von Charlie Chaplin wandelt. Sein Spiel versprüht genau den richtigen Zauber, um die überbordende Fantasie von Jeunets Kinowelten nicht zum schieren Selbstzweck werden zu lassen. Eine schauspielerische Qualität, wie sie damals auch Audrey Tautou als Amélie in den Film einbrachte. So kann sich der Betrachter ganz der kindlichen Freude am Kampf von David gegen Goliath hingeben. Eine Schlacht, in der sich Kreativität und Komik zu bestem Kintopp vereinen und die am Ende vor allem einen Sieger kennt: den Zuschauer. Norbert Raffelsiefen |
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