DIE 4. REVOLUTION - Energy Autonomy


Kritik:


Zweifellos ein besonderer Film. Warum? Weil er viele Informationen über die gegenwärtige und zukünftige Energiestruktur enthält. Diese ist verbunden mit einem Riesenproblem, das in drei oder vier Jahrzehnten gelöst sein müsste.

Denn noch etwa so lange hält die fossile Energie (Öl, Gas, Kohle), von und mit der wir leben und unsere Wirtschaft aufrechterhalten. Dann, so plädiert der Film, sollte die erneuerbare Energie (Sonne, Wind, Wasser) bereit sein.

Regisseur Fechner bereiste die halbe Welt – USA, Brasilien, Europa sowieso, Afrika, China usw. -, fand viele Mitarbeiter und Freunde, die sich für das von ihm angestrebte Ziel einsetzen: weg von der die Umwelt verschmutzenden, von der Erdöl- und Energiewirtschaft dominierten zur sich relativ kurzfristig selbst amortisierenden, „kostenlosen“ Energie aus Sonne, Wind und Wasser.

Dem Atomstrom wird ebenfalls ein Kapitel gewidmet. Gänzlich fehlt das Thema der aus (erneuerbaren) Pflanzen gewonnenen Energie.

Schlaglichter in diesem Film: das vor Energie (aus knappen Brennstoffen) strotzende Los Angeles; fehlender Strom in Mali, wo Krankenhäuser nachts mit der Taschenlampe beleuchtet werden müssen; Dänemark, wo schon fortschrittliche Energiestrukturen bestehen; der Ort Pfungstadt, wo alte Privathäuser beispielhaft saniert werden; das künftig in Serienfertigung gehende Elektroauto; die Solartechnik in Spanien und deren Anfänge in China; das Mikrokredit-System des Friedensnobelpreisträgers Muhammad Yunus in Bangladesch; Bianca Jaggers Kampf für die Erhaltung des Regenwaldes; und anderes mehr.

Warum Regenwald? Weil die Blätter der Bäume CO2 vernichten. Weiter: Sind Kohlekraftwerke mit CO2-Abscheidung sinnvoll, wenn der CO2-Abfall für lange, lange Zeit in der Erde vergraben werden muss?

Übrigens: China will in absehbarer Zukunft ein paar hundert Kohlekraftwerke bauen.

Ist die Kernenergie wirklich sauber und sicher genug, wie etwa Frankreich sie anwendet, das zu 80 Prozent mit Atomstrom arbeitet?

Eine Menge von Daten wird zur Verfügung gestellt: über die Riesengewinne der Öl- und Energiewirtschaft (z.B. Exxon im Jahre 2008) sowie darüber, wie vielen Millionen Menschen, die absolut keinen Zugang zur Elektrizität haben, geholfen werden könnte, wenn die Ressourcen gerechter verteilt wären.

„Die 4. Revolution“ ist Unterrichtung, Mahnung, Warnung und natürlich auch Pamphlet. Auf jeden Fall bedenkens- und beherzigenswert.

Thomas Engel